Hotel-Direktbuchung: So sparen Sie unnötige Provisionen ab
Warum sich Direktbuchungen über die eigene Hotel-Website lohnen
Volle Zimmer, schmale Marge
Die Hotel-Direktbuchung über die eigene Website ist der wirksamste Hebel gegen hohe Provisionen. Viele Häuser sind gut gebucht, und trotzdem bleibt am Monatsende weniger übrig als erwartet, weil ein großer Teil als Provision an Buchungsportale fließt. Für mehr Direktbuchungen müssen Sie nicht auf Portale verzichten. Es reicht, dass Ihre eigene Website die bessere Wahl für den Gast wird.
Das Symptom: Jede dritte Übernachtung kostet Provision
Laut der European Hotel Distribution Study 2026 des europäischen Hotelverbands HOTREC liefen 2025 in Deutschland 31,9 Prozent aller Hotelübernachtungen über Online-Buchungsportale. 2013 waren es noch 20,6 Prozent. Fast sieben von zehn dieser Portalbuchungen entfielen allein auf Booking.com.
Was es kostet, wenn alles bleibt, wie es ist
Für jede Portalbuchung zahlt das Hotel Provision. Der Hotelverband Deutschland nannte als Marktdurchschnitt rund 15 Prozent. Eine Beispielrechnung mit einem angenommenen Zimmerpreis von 120 Euro: Bei 100 Portalübernachtungen fließen 1.800 Euro ab, bei 1.000 Portalübernachtungen im Jahr bereits 18.000 Euro.
Dazu kommt ein weniger sichtbarer Posten. Laut HOTREC-Studie lag die Stornoquote im Direktvertrieb bei 9,1 Prozent, bei Booking.com dagegen bei 19,0 Prozent. Mehr Stornierungen bedeuten mehr kurzfristige Lücken in der Belegung und weniger Planungssicherheit.
Und mit jedem Prozentpunkt mehr Portalanteil wächst die Abhängigkeit von wenigen Plattformen, die über Konditionen und Sichtbarkeit mitentscheiden.
Die Ursache: Der Gast bucht dort, wo es am einfachsten ist
Portale sind bequem. Der Gast sieht Verfügbarkeit, Preis und Bewertungen auf einen Blick und bucht mit wenigen Klicks. Kann er auf der Hotel-Website nur eine Anfrage schicken oder anrufen, wechselt er zurück zum Portal.
Hinzu kam lange eine rechtliche Hürde. Mit sogenannten Bestpreisklauseln untersagten Portale den Hotels, ihre Zimmer auf der eigenen Website günstiger anzubieten. Das hat sich geändert.
Was das EuGH-Urteil zu Bestpreisklauseln bedeutet
Am 19. September 2024 hat der Europäische Gerichtshof in der Rechtssache C-264/23 entschieden: Die Bestpreisklauseln von Booking.com lassen sich nach EU-Wettbewerbsrecht grundsätzlich nicht als notwendige Nebenabreden rechtfertigen. Booking.com hatte die Klauseln im Europäischen Wirtschaftsraum bereits im selben Jahr abgeschafft. Seit Mai 2024 gilt Booking.com zudem als Gatekeeper nach dem Digital Markets Act der EU.
Für Hotels heißt das: Sie haben bei der Preisgestaltung auf der eigenen Website mehr Spielraum. Dieser Abschnitt gibt einen Überblick zum Stand Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung.
Die Lösung: mehr Hotel-Direktbuchungen über die eigene Website
Ziel ist nicht, die Portale zu verlassen. Ziel ist, dass Gäste, die Ihr Haus schon kennen oder gezielt suchen, direkt bei Ihnen buchen. Drei Bausteine machen die Hotel-Direktbuchung für sie zur einfachsten Wahl.
Buchung in Echtzeit. Mit der DIRS21-Integration sieht der Gast freie Zimmer und aktuelle Preise und bucht sofort, ohne die Website zu verlassen. Genau hier holt die deutsche Hotellerie auf: Der Anteil der Echtzeitbuchungen über die hauseigene Website stieg laut HOTREC von 6,1 Prozent im Jahr 2013 auf 13,9 Prozent im Jahr 2025.
Sichtbare Vorteile für Direktbucher. Der Hotelverband nennt als Beispiele einen kostenlosen Parkplatz oder das Zimmer mit Bergblick. Ebenso gut funktionieren ein Begrüßungsgetränk, ein später Check-out oder ein fester Rabatt. Zimmer mit Fotos, Ausstattung und Preisen präsentieren Sie mit dem CMS-Modul Zimmer.
Stammgäste direkt ansprechen. Per Newsletter erreichen Sie frühere Gäste mit Angeboten, die es nur direkt gibt. Gezieltes Internetmarketing macht Ihre Website in Suchmaschinen sichtbar. Laut HOTREC sind 58 Prozent der europäischen Hotels direkt an eine Metasuche angebunden, die meisten davon an Google Hotel Ads.
Was Sie davon haben
- Mehr Marge je Übernachtung, weil keine Provision anfällt
- Weniger Stornierungen und damit mehr Planungssicherheit
- Direkter Kontakt zum Gast, die beste Grundlage für die nächste Buchung
- Mehr Spielraum bei Preisen und Angeboten seit dem Wegfall der Bestpreisklauseln
Der erste Schritt: die eigenen Zahlen kennen
Schauen Sie in Ihre Buchungsstatistik: Wie hoch ist Ihr Portalanteil, und wie viele Portalgäste waren schon einmal bei Ihnen? Setzen Sie Ihren durchschnittlichen Zimmerpreis und Ihren Provisionssatz in die Beispielrechnung ein. Das Ergebnis zeigt, was Ihnen jede zusätzliche Hotel-Direktbuchung bringt.
Danach lohnt der Blick auf die eigene Website: Kann ein Gast dort direkt buchen, auch auf dem Smartphone? Sind die Vorteile der Direktbuchung auf jeder Zimmerseite sichtbar? Weitere Lösungen finden Sie auf unserer Seite für Hotel und Gastronomie.
Häufige Fragen zur Hotel-Direktbuchung
Darf ich auf meiner Website günstiger sein als auf Booking.com?
Booking.com hat seine Bestpreisklauseln im Europäischen Wirtschaftsraum 2024 abgeschafft, und der EuGH hat solche Klauseln kritisch bewertet. Hotels haben damit mehr Spielraum bei der Preisgestaltung auf der eigenen Website. Im Einzelfall kommt es auf Ihre Verträge an.
Wie hoch sind die Provisionen der Buchungsportale?
Der Hotelverband Deutschland nannte als Marktdurchschnitt rund 15 Prozent je Buchung. Die genaue Höhe hängt vom Portal und von den gebuchten Zusatzleistungen ab.
Sollte ich die Buchungsportale ganz verlassen?
Nein, für die meisten Häuser nicht. Portale bringen Reichweite, besonders bei neuen Gästen. Ziel ist, dass wiederkehrende und gut informierte Gäste direkt buchen.
Was brauche ich für die Hotel-Direktbuchung auf meiner Website?
Sie brauchen eine Buchungsmaschine, die Verfügbarkeiten und Preise in Echtzeit zeigt. Dazu kommen gut sichtbare Vorteile für Direktbucher und eine Website, die auch auf dem Smartphone einfach zu bedienen ist.
Wie bringe ich Stammgäste dazu, direkt zu buchen?
Am besten mit einem Newsletter und Angeboten, die es nur direkt gibt. Wichtig ist eine rechtssichere Einwilligung bei der Anmeldung.
Machen Sie Ihre Website zum besten Buchungskanal
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