Website-Kennzahlen: Welche Zahlen wirklich entscheidend zählen
Fünf Irrtümer und was bei der Erfolgsmessung Ihrer Website zählt
Zahlen gibt es genug. Die Frage ist, welche zählen
Welche Website-Kennzahlen zeigen eigentlich, ob Ihre Website funktioniert? Die Frage klingt einfach. In der Praxis öffnen viele Betriebe, Gemeinden und Pfarreien ab und zu ihre Statistik, sehen eine Besucherzahl und sind danach beruhigt oder beunruhigt. Was die Zahl wirklich bedeutet, bleibt oft offen.
Webanalyse-Werkzeuge wie Matomo liefern Dutzende Berichte. Wer ohne klares Ziel hineinschaut, findet immer eine Zahl, die gut aussieht, und eine, die Sorgen macht. Fünf Annahmen begegnen uns in Gesprächen mit Kunden dabei immer wieder. Alle fünf führen zu falschen Schlüssen.
Fünf Irrtümer über Website-Kennzahlen
Irrtum 1: Viele Besucher bedeuten Erfolg
Besucherzahlen messen Reichweite, nicht Erfolg. Tausend Besuche ohne eine einzige Anfrage sind für ein Hotel oder einen Baustoffhändler weniger wert als deutlich weniger Besuche, aus denen Buchungen entstehen.
Ob eine Website funktioniert, entscheidet sich daran, ob Besucher das tun, wofür die Seite da ist. Sie rufen an, senden ein Formular ab, buchen einen Termin oder laden ein Dokument herunter. Diese Handlungen heißen in der Webanalyse Ziele oder Conversions.
Matomo bezeichnet Ziele in seiner Dokumentation als möglicherweise wichtigsten Teil der Webanalyse und nennt als Beispiel ausdrücklich das Absenden eines Online-Formulars. Der Haken: Ziele richten sich nicht von selbst ein. Sie müssen für jede Website passend festgelegt werden.
Irrtum 2: Eine hohe Absprungrate heißt, die Seite ist schlecht
Die Absprungrate gehört zu den am häufigsten missverstandenen Website-Kennzahlen. Sie sagt nur aus, wie viele Besuche auf genau einer Seite begonnen und geendet haben.
Wer die Telefonnummer des Bürgerbüros sucht, sie auf der Kontaktseite findet und anruft, hat genau das bekommen, was er wollte. In der Statistik zählt dieser Besuch trotzdem als Absprung. Bei Kontaktseiten, Öffnungszeiten oder Gottesdienstzeiten ist eine hohe Absprungrate deshalb oft sogar ein gutes Zeichen.
Laut Matomo-FAQ gilt ein Besuch als Absprung, wenn nur eine Seite aufgerufen und keine weitere erfasste Aktion ausgelöst wird. Wie lange der Besucher auf der Seite bleibt, spielt dafür keine Rolle.
Irrtum 3: Die Verweildauer zeigt, wie gründlich gelesen wird
Die durchschnittliche Besuchsdauer wirkt aussagekräftig. Sie ist aber mit Vorsicht zu lesen.
Ein Analysewerkzeug misst die Zeit zwischen zwei Aktionen. Wie lange jemand auf der letzten Seite eines Besuchs verbringt, bleibt ohne zusätzliche Messung unbekannt. Liest eine Besucherin Ihren Fachartikel vollständig und schließt dann den Browser, kann das in der Statistik wie ein kurzer Besuch aussehen.
Matomo erfasst die Dauer bei einem Absprung laut derselben FAQ mit null Sekunden. Für einseitige Besuche verweist der Hersteller auf eine zusätzliche, zeitbasierte Messung.
Irrtum 4: Die Statistik erfasst alle Besucher
Kaum eine Statistik ist vollständig. Das ist kein Fehler, sondern eine Folge des Datenschutzes.
Geben Besucher im Cookie-Banner keine Einwilligung, werden je nach Einstellung keine oder nur eingeschränkte Daten erfasst. Hinzu kommen Werbeblocker und Browser mit eingebautem Tracking-Schutz. Absolute Zahlen sind daher eher eine Untergrenze als ein exakter Wert.
Matomo weist in seiner FAQ darauf hin, dass Besuche ohne Cookies die Genauigkeit einzelner Berichte beeinträchtigen. Für verlässliche Werte empfiehlt der Hersteller, solche Berichte auf Besucher mit Einwilligung zu filtern. Wie die Einwilligung rechtssicher abgefragt wird, regelt ein Consent-Manager.
Irrtum 5: Ein Blick auf die aktuellen Zahlen genügt
Ein einzelner Monatswert sagt wenig. Erst der Vergleich macht Kennzahlen aussagekräftig.
Viele Websites haben ihren eigenen Jahresrhythmus. Das Hotel kennt Haupt- und Nebensaison, die Pfarrei die Zeit vor Erstkommunion und Weihnachten, der Bauzulieferer die Ausschreibungsphasen. Ob die Anfragen im März gut waren, zeigt erst der Vergleich mit dem Vorjahresmonat oder mit der Zeit vor einer Änderung an der Website.
Matomo nennt es als Stärke von Zielen, dass sich damit verfolgen lässt, wie sich Änderungen an der Website über die Zeit auf die Conversions auswirken.
Fazit: Wenige Zahlen, klare Ziele
Gute Website-Kennzahlen beantworten eine Frage, die Sie vorher gestellt haben. Für die meisten Websites reichen drei bis fünf Werte, die regelmäßig verglichen werden:
- Anfragen über Formulare, Klicks auf Telefonnummer und E-Mail-Adresse sowie Terminbuchungen
- die Conversion-Rate Ihrer wichtigsten Seiten, also der Anteil der Besuche mit einer solchen Anfrage
- die Herkunft der Besucher, etwa Suchmaschine, Social Media oder Newsletter
- die Entwicklung dieser Werte im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr
- die Begriffe, nach denen Besucher in Ihrer internen Suche fragen
Entscheidend ist ein zweiter Schritt: Jedes Formular bekommt ein eigenes Ziel. Formulare aus unserem Formular-Generator lassen sich so einzeln auswerten. Sie sehen dann nicht nur, dass Anfragen kommen, sondern auch, über welche Seite und aus welcher Quelle.
Welche Website-Kennzahlen für Ihre Organisation die richtigen sind, legen wir im Rahmen unserer Beratung und Betreuung gemeinsam mit Ihnen fest. Technisch setzen wir die Messung mit der Matomo-Integration um. Einen ersten Eindruck vom Zustand Ihrer Seite liefert unser kostenloser Webseiten-Check.
Häufige Fragen zu Website-Kennzahlen
Welche Website-Kennzahlen sind für kleine Betriebe am wichtigsten?
Am wichtigsten sind die Anfragen, die über die Website entstehen, also Formulare, Anrufe und Terminbuchungen. Besucherzahlen helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine Erfolgsmessung.
Ist eine hohe Absprungrate schlecht?
Nein, nicht automatisch. Auf Kontakt- oder Informationsseiten bedeutet sie oft, dass Besucher sofort gefunden haben, was sie suchten. Kritisch wird sie erst auf Seiten, die zum Weiterklicken oder zu einer Anfrage führen sollen.
Wie oft sollte ich meine Statistik ansehen?
Für die meisten Websites genügt ein fester Termin im Monat, an dem Sie dieselben Kennzahlen mit Vormonat und Vorjahr vergleichen. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass Sie immer dieselben Werte betrachten.
Warum zeigt meine Statistik weniger Besucher als erwartet?
Der häufigste Grund sind Besucher, die im Cookie-Banner keine Einwilligung geben oder einen Werbeblocker nutzen. Die Zahlen sind deshalb eher eine Untergrenze, für Vergleiche im Zeitverlauf aber gut geeignet.
Brauche ich Google Analytics, um Kennzahlen zu messen?
Nein. Mit Matomo messen Sie Ziele, Herkunft und Entwicklung ebenso, behalten die Daten aber unter Ihrer eigenen Kontrolle. Das erleichtert den datenschutzkonformen Betrieb Ihrer Website.
Ihre Kennzahlen, sauber aufgesetzt
Sie möchten wissen, ob Ihre Website wirklich Anfragen bringt? Wir legen mit Ihnen die passenden Ziele fest, richten die Messung ein und zeigen Ihnen, worauf Sie beim monatlichen Blick in die Statistik achten sollten. Schreiben Sie uns an info@data-factory.net, rufen Sie uns unter 08431 64739-0 an, nutzen Sie unser Kontaktformular oder buchen Sie direkt einen Termin online.